
Rattanmöbel brauchen wenig Pflege, aber die richtige Pflege. Wer einmal pro Monat den Staub aus dem Geflecht holt, Flecken sofort tupft und einmal im Jahr nachölt, hat Stühle, Sessel und Beistelltische, die 20 Jahre durchhalten. Wer das Möbel an die Heizung stellt oder mit dem feuchten Lappen schrubbt, hat nach drei Sommern Risse an den Verbindungen.
Dieser Leitfaden zeigt die vier Pflegehandlungen, die wirklich zählen, was Sie auf keinen Fall tun sollten, und wie Sie kleine Schäden selbst beheben. Geschrieben für Rattan im Innenraum. Für Polyrattan auf der Terrasse stehen die Pflegehinweise am Ende.
Rattan ist eine lebende Faser
Naturrattan nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab, das macht es flexibel. Genau diese Eigenschaft macht es empfindlich gegen Extreme. In zu trockener Heizungsluft schrumpfen die Fasern und reißen an den Knoten. In dauerhafter Feuchtigkeit quillt das Geflecht und Schimmel setzt sich in den Verbindungen fest.
Die Pflegeroutine hat ein Ziel: die Faser im stabilen Mittelbereich halten. Das gelingt mit wenigen Handgriffen.
- Raumklima: 18 bis 22 Grad, 45 bis 60 Prozent Luftfeuchte
- Standort: 2 Meter Abstand zu Heizung und direktem Sonnenlicht
- Reinigung: trocken bevorzugt, feucht nur gezielt
Vier Schritte über das Jahr
Mehr braucht es nicht. Jeder Schritt hat ein klares Zeitfenster und ein klares Ziel.
Im Ratgeber vorgestellt
Was Rattan kaputt macht
Die meisten Schäden entstehen nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch zu viel Eifer. Diese sechs Dinge sind die häufigsten Fehler.
- Hochdruckreiniger: der Strahl löst das Geflecht, treibt Wasser in die Knoten, ruiniert den Klarlack
- Aggressive Reiniger: Allzweckspray, Scheuermilch, Glasreiniger lösen die Schutzschicht und greifen die Faser an
- Silikonpolitur: verklebt das Geflecht und macht spätere Pflege unmöglich
- Speiseöl: wird nicht hart, bleibt klebrig, zieht Staub und Mikroorganismen an
- Föhn oder Heizlüfter zum Trocknen: erzeugt Risse innerhalb von Minuten
- Direkte Sonne im Sommer: Bleicht die Faser, lässt sie spröde werden
Wenn etwas davon schon passiert ist und das Möbel trocken klingt oder Risse zeigt, ist es nicht verloren. Eine doppelte Ölkur mit zwei Wochen Pause zwischen den Schichten bringt die Faser oft zurück.
Pflege für Polyrattan im Außenbereich
Polyrattan ist anders gebaut und wird anders gepflegt. PE-Geflecht braucht keine Ölbehandlung und ist UV-stabil. Die Pflege konzentriert sich auf den Rahmen und die Sauberkeit.
Zweimal im Jahr mit lauwarmem Seifenwasser und einem weichen Schwamm abwischen, gut abspülen, mit einem Tuch trocknen. Im Winter abdecken oder in den Schuppen stellen. Auch wenn die Möbel als wetterfest gelten, sammelt sich Wasser in den Verbindungen und friert dort ein, was die Geflechtenden vom Rahmen ablöst.
Für die vollständige Outdoor-Pflege und für die Auswahl der richtigen Modelle gibt es einen eigenen Leitfaden.
Pflege ist die billigste Investition
Drei Pflegehandlungen im Jahr, vier Minuten pro Monat. Das verlängert die Lebensdauer von Naturrattan um ein Jahrzehnt.
Wer einen Esszimmerstuhl aus Rattan regelmaessig pflegt, kann 25 Jahre oder laenger aus dem Stueck herausziehen. Wer die Pflege weglässt, kauft alle fuenf Jahre neu. Die Mathematik spricht klar fuer die Routine: eine Stueckseife, Leinoel und ein monatliches Abwischen kosten kaum etwas.
Unsere Auswahl an Rattanstühlen umfasst Natur- und PE-Rattan fuer den Innen- und Aussenbereich. Wer Polyrattan für den Garten sucht, findet die Outdoor-Möbel-Kollektion mit denselben Optikrichtungen, aber wetterfester Bauweise.
Den größeren Kontext und alle Materialfragen erklärt der Rattanmöbel-Ratgeber. Für die Materialfragen empfehlen wir den Artikel Rattan vs Geflecht.
Häufig gefragt.
Wie oft muss man Rattanmöbel pflegen?
Einmal im Monat abstauben reicht. Flecken sofort wegtupfen, einmal jährlich mit Leinöl oder Tungöl nachölen. Mehr Pflege ist meist zuviel und schadet eher. Die häufigste Fehlerquelle ist nicht zu wenig, sondern zu viel Pflege mit den falschen Mitteln.
Kann man Rattan feucht abwischen?
Ja, mit einem gut ausgewrungenen Mikrofasertuch und nur bei Bedarf, etwa nach einem Fleck. Vermeiden Sie stehendes Wasser im Geflecht. Nach der Reinigung im belüfteten Raum vollständig trocknen lassen, bevor das Möbel wieder benutzt wird. Niemals mit dem Föhn trocknen.
Welches Öl eignet sich für Rattan?
Leinöl (kaltgepresst, naturbelassen) oder Tungöl. Beide ziehen ein, härten leicht aus und schützen die Fasern. Keine Möbelpolitur mit Silikon, kein Speiseöl, kein Olivenöl. Eine dünne Schicht reicht, Überschuss immer abwischen, sonst klebt das Möbel und zieht Staub an.
Was schadet Rattan am meisten?
Direkte Sonne und Heizkörperhitze. Beide trocknen die Fasern aus, was zu Rissen an den Verbindungen führt. Dauerhafte Feuchtigkeit ist das zweite Problem: Schimmel in den Knoten und gelockertes Geflecht. Halten Sie das Möbel kühl, trocken und im Schatten, dann sind Sie das meiste schon los.
Darf man Rattan mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Der Strahl löst das Geflecht, treibt Wasser in Verbindungen und kann die Faser aufrauhen. Selbst bei Polyrattan ist davon abzuraten, weil der Wasserdruck oft den Klarlack der Aluminiumrahmen abträgt. Schwamm, Seifenwasser, weicher Strahl aus dem Schlauch reichen.
Wie repariert man eingedrücktes Rattan?
Leichte Dellen lassen sich mit Wasserdampf ausrichten: warmes Tuch auflegen, vorsichtig in Form drücken, trocknen lassen. Größere Brüche im Geflecht gehören in die Hand eines Korbflechters. Eine neue Sitzfläche kostet 40 bis 80 Euro, deutlich weniger als ein Neukauf. Adressen liefert die Handwerkskammer Ihrer Region.
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